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Museum „Amedeo Lia“

Museum LiaDas Städtische Museum für antike, mittelalterliche und moderne Kunst, das nach Amedeo Lia benannt ist, wurde 1995 eingerichtet und 1996 eingeweiht. Dies ist der wichtigen Schenkung zu verdanken, die Amedeo Lia und seine Familie der Stadt La Spezia gemacht haben. Nach dem ausdrücklichen, im Schenkungsakt enthaltenen Willen wurde das Museum in kürzester Zeit fertig gestellt und im Klosterkomplex der Ordensbrüder des Hl. Franz von Paola in der Via Prione untergebracht, der aus diesem Anlass wieder nutzbar gemacht und den Erfordernissen eines Museums angepasst wurde.
Von den mehr als tausendeinhundert Werken, die von Amedeo Lia gesammelt wurden und die heute im Museum aufbewahrt sind, sind etliche in hohem Maße für die Vielfältigkeit und die hohe Qualität der Sammlung selbst bezeichnend. Beim Betreten von Saal I, einst die Klosterkirche, fällt der Blick sofort auf die wichtige Madonna mit Kind, eine farbige Holzarbeit aus Umbrien, hergestellt um die Mitte des 13. Jahrhunderts. Daneben der von Jacopo da Ferentina bemalte Reliquienkasten, ein außergewöhnliches Produkt umbrischer oder riminesischer Kunst aus der Mitte des 14. Jh. Unter den antiken Goldschmiedearbeiten fällt der kleine Portraitkopf aus Amethyst aus der frühen Kaiserzeit auf und die mehrteilige Sektion mit Fibeln aus barbarischer Herkunft. Einer interessanten Sammlung gotischer Elfenbeinplaketten, besonders französischer Herkunft, stehen emaillierte liturgische Gegenstände und eine größere Abteilung mit Kreuzen gegenüber.
In Saal II sind die Miniaturmalereien gesammelt, die aus drei vollständigen Antiphonarien bestehen, ganze und bruchstückhafte Seiten italienischer und ausländischer Autoren. Im oberen Stockwerk befindet sich Saal III, wo die archäologischen Marmor-, Bronze- und Terrakottaobjekte ihren Platz finden. Mit Ausnahme dieses Saales ist der erste Stock vollkommen den Gemälden gewidmet, angefangen mit Saal IV, wo die Geschehnisse des 13. und 14. Jh. vortrefflich dargestellt sind. Neben Bildern florentinischer Herkunft, von so bedeutenden Künstlern wie Maestro della Maddalena, Giotto und seiner Werkstätte und Bernardo Daddi steht die Schule von Duccio, Pietro Lorenzetti (Johannes der Evangelist und Vir Dolorum), die Werkstätte von Simone Martini und Lippo Memmi, Bartolo di Fredi und Paolo di Giovanni Fei.
Im 15. Jh. (Saal V) wird der allmähliche Übergang vom Mittelalter zur Renaissance von den Bildern von Sassetto, Sano di Pietro, Matteo di Giovanni, Taddeo di Bartolo, Bicci di Lorenzo, aus dem Umkreis von Filippino Lippi und Beato Angelico, von Francesco Botticini, Benedetto Bembo, Bergognone, Nicola di Mastrantonio, Antonio und Alvise Vivarini, vom Montagna und Mazone bezeugt. In den Sälen VI, VII und VIII hängen die Gemälde des 16. Jh. mit Werken von Giampietrino, Mazzolino, Schedoni; ein kleines Gemälde, das vielleicht auf Raffaello zurückzuführen ist, und noch Cariani, Sebastiano del Piombo, Tintoretto, der Romanino, Giovanni und Gentile Bellini, Paolo Veronese, Tizian, Moroni und das ausdrucksstarke Selbstportrait von Pontormo, direkt auf einem Flachziegel aus Terrakotta ausgeführt. Der Weg führt dann durch die Säle IX und X, mit Werken aus dem 17. und 18. Jh., und auch hier ist die Liste der ausgestellten Künstler beeindruckend. Als Beispiele werden hier die venezianischen Landschaften und Portraits genannt, die ausgezeichnet in den Werken von Longhi, Marieschi, Canaletto, Guardi und Bellotto dargestellt sind. Im oberen Stockwerk befinden sich in Saal XI die Marmor - und Bronzegegenstände: aufmerksamer Zeuge der Wappentragende Knappe, vielleicht ein Jugendwerk von Andrea del Verrocchio oder jedenfalls zurückzuführen auf einen seiner römischen Schüler. Weitere Skulpturen und wirklich erlesene Gegenstände in Saal XII, wo sich die archäologischen Glaspasten hervorheben, angefangen von den Salbtöpfen, die auf das 6. bis 5. Jh. v. Chr. zurückgehen, und die in Venedig im Laufe des 16., 17. und 18. Jh. geschickt von Glasbläsern hergestellten Werke; dann der Kopf in Terrakotta eines Heiligen, vielleicht Lorenz, der Francesco Laurana zuzuschreiben ist, und die absolut menschlich wirkende Schmerzensmutter, von verführerischem Liebreiz durchdrungen, eine von Benedetto da Maiano bemalte Terrakotta. Erst kürzlich ist im Anschluss an diesen Saal ein neuer Raum eingeweiht worden, eine Art raffinierter kleiner Wundersaal, wo außergewöhnliche und wertvolle Gegenstände ausgestellt sind, die aus Bergkristall, Goldschmiedekunst, Korallen und harten Steinen bestehen.
Als Abschluss des Museumsbesuches die Stillleben in Saal XIII, vor allem aus dem 17. Jh. sowohl flämischer als auch italienischer Herkunft, unter denen auf die Gemälde von Fede Galizia, Panfilo Nuvolone, Cristoforo Munari, Andrea Belvedere, Luca Forte, Pieter Claesz, den Kreis von Evaristo Baschenis hingewiesen wird.
Das Museum bietet Dienstleistungen wie Führungen in auf Italienisch, Englisch, Französisch und Spanisch nach Voranmeldung an, vertiefende Spezialführungen, didaktische Aktivitäten und Studentenberatung. In den einzelnen Sälen liegen Katalogkarten aus, um den Einzelbesucher möglichst unabhängig zu machen. Der Bücherladen im Innern verkauft Material, das sich auf das Museum bezieht, wie Kataloge der einzelnen Abteilungen und kunsthistorische Literatur, die die vorgestellten Sammlungen betrifft. In einem Mehrzweckraum können Ausstellungen, Tagungen und didaktische Workshops untergebracht werden.

Museum "Amedeo Lia"
Via Prione, 234
Tel 0039 0187 731 100
Web Museo "Amedeo Lia"
Öffnungszeiten: von Dienstag bis Sonnertag 10.00 - 18.00 Uhr
Geschlossen am Montag