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Die Kirchen der Heiligen Maria, der Heiligen Johannes und Augustinus und die Kathedrale Christus König

Der Glockenturm der Kirche der Heiligen Johannes und AugustinusInfolge der Veränderungen der Nachkriegszeit ist die Maria-Himmelfahrt-Kirche an der Piazza Beverini, zum größten Teil umgebaut und in ihrer physischen Beziehung zum historischen Gefüge der Stadt entfremdet worden. Das erste Dokument, das die Kirche Maria-Himmelfahrt erwähnt, stammt aus dem Jahr 1343 und ist eine wichtige Urkunde für die Geschichte von La Spezia, und von jenem Augenblick an erscheint die Kirche als eine zentrale Institution für die Geschicke der Gemeinschaft. Gerade aufgrund dieser Zentralität und trotz der baulichen Veränderungen bewahrt die Kirche einen interessanten Kunstschatz, der teils der Pfarrei gehört und teils aus verschiedenen aufgegebenen oder abgerissenen religiösen Institutionen stammt.
Dies ist der Fall der glasierten Terrakotta-Arbeit von Andrea della Robbia, Die Krönung der Jungfrau, des großen Gemäldes Die Vermehrung der Brote von Giovanni Battista Casoni, datiert 1642, ganz offensichtlich ein Werk der Kultur der Gegenreformation und heute in der Gegenfassade aufgestellt, und des Bildes Das Martyrium des heiligen Bartholomäus von Luca Cambiaso, das neben dem Taufstein steht. Alle diese Werke stammen aus der Kirche und dem Kloster des Heiligen Franziskus, die aufgegeben wurden und im Areal des Marinestützpunktes lagen. Erwähnenswert ist auch das Marmorgrabmal von Baldassare Biassa, Flottenkapitän der Republik seit 1475 und 1503 vom Papst Julius II zum Kommandanten ernannt, und dessen Frau Francesca Malaspina. Rechts der Apsis sieht man noch die Heilig-Kreuz-Kapelle, die in den 30er Jahren mit Fresken von Luigi Agretti geschmückt wurde und wo Christus der Erlöser aufbewahrt ist, ein Werk von Antonio del Santo aus dem Jahr 1936.
Aus der Kirche des Hl. Anton, die den Erfordernissen des Straßennetzes in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts geopfert wurde – sie befand sich in der Gegend, wo heute die Banca d'Italia steht – stammt hingegen das bedeutende Kruzifix, das sich in der gleichnamigen Kapelle befindet: Ein Kunstwerk von starker und ausdrucksvoller Intensität, das dem ligurischen Bereich zuzuschreiben und chronologisch auf das 15. Jahrhundert zurückzuführen ist.
Die Kathedrale Christus König
Hinter dem Augustiner-Feld steht an abgeschiedener Stelle die Kirche der Heiligen Johannes und Augustinus, die im Verlauf des 16. Jh. als Oratorium für Mortis et Orationis entstanden ist. Mit einem einzigen Kirchenschiff versehen, im Verlauf des 18. und dann noch des 19. Jahrhunderts üppig ausgeschmückt, bietet sich die Kirche heute als mehrteiliges, zugleich jedoch homogenes Bauwerk dar, streng in den Vorderfronten und überreich im Barock der Dekorationen des Kirchenschiffs und der Apsis.
Die vollkommen moderne Kathedrale, die dem Christus König der Jahrhunderte geweiht ist, beherrscht die Piazza Europa in Richtung Meer von der Höhe der kleinen Erhebung aus, wo sich ehemals das Kapuzinerkloster befand. In Wirklichkeit erstreckte sich dieser Hügel, der die erste Ansiedlung der Mönche beherbergte, bis zum Meer, wo sich heute die Hafenkommandantur befindet. Nachdem der Hügel in den zwanziger Jahren abgetragen worden war, um die Altstadt mit den östlichen Stadtvierteln – dem Stadtgürtel – zu vereinen, wurde Piazza Europa der ideale Vordergrund für die darüber zu errichtende Kirche, zumal La Spezia 1929 Bischofssitz geworden war. Die Ausschreibung gewann Brenno Del Giudice, aber das Projekt wurde erst 1956 wieder aufgenommen und von Adalberto Libera vollständig verändert. Dieser erahnte die Ausstrahlungskraft der Lage der neuen Kirche, die schon mit einem ausgedehnten öffentlichen Platz auf der Vorderseite versehen war, und hob den religiösen Raum hervor, indem er den Kirchplatz hinter dem Gebäude anlegte. Die Kathedrale, der große Ring, vereint diese Räume im idealen und physischen Sinne.
Das ursprüngliche Projekt von Libera wurde während seiner Ausführung teilweise von Cesare Galeazzi überarbeitet, und die Kathedrale wurde erst 1975 nach langer Entstehungszeit geweiht.