Marola und die Sankt Veits Kirche
Am Ansatz des westlichen Ufers entlang des Weges, der nach Portvenere führt, liegt die alte Siedlung von Marola, deren Bewohner bereits in einem Dokument aus dem Jahr 1235 hinsichtlich des Wiederaufbaus der uralten Kirche genannt werden, die der Hl. Jungfrau und dem Heiligen Veit gewidmet ist.
Eigentlich handelt es sich bei der heutigen Sankt-Veits-Kirche von Marola um ein neues Gebäude, das 1884 geweiht wurde, das aber Erbe eines sehr wichtigen und uralten christlichen Kultortes ist, der anlässlich des Baus des Militärhafens abgerissen wurde.
Allein die Tatsache, dass in der Urkunde aus dem Jahr 1235 von einem Wiederaufbau gesprochen wird, weist auf eine ältere Gründung der Kirche hin, was auch durch zahlreiche Faktoren bestätigt wird, unter denen die archäologischen Fundstücke, die im Laufe der Bauarbeiten des Militärstützpunktes wiederholt gefunden wurden, wohl die deutlichsten sind. Im Sommer 1862 kam während der Aushubarbeiten der Tauchbecken für die Hölzer eine stattliche Anzahl von Fundstücken zu Tage, was Agostino Falconi, fälschlicherweise davon überzeugt, dass an jener Stelle einst die römische Stadt Tigullio stand, sofort dem Obersten und Baustellendirektor des Militärhafens Domenico Chiodo mitteilte. 1864, dann im Laufe der 80er Jahre des 19. Jahrhunderts und 1914 kam sehr viel Material zum Vorschein, das zum Teil dem Städtischen Museum von La Spezia geschenkt wurde und teilweise leider verloren gegangen ist. Allerdings sind diese Materialien dank einiger Tabellen bekannt, die vom Pionierkorps verfasst wurden. Die übrig gebliebenen Fundstücke sind heute im Archäologischen Museum im Kastell San Giorgio ausgestellt.
Diese archäologischen Funde sind in Wirklichkeit zum großen Teil dem römischen Zeitalter zuzuschreiben, und zwar einem Zeitraum, der von der republikanischen Zeit (III-II Jahrhundert v. Chr.) bis zur frühchristlichen Zeit (V-VII Jh. n. Chr.) geht und somit eine kontinuierliche Nutzung des Ortes beweist, wahrscheinlich immer zu Kultzwecken, die zuerst mit den heidnischen Riten und dann im Laufe des Mittelalters mit den christlichen Gepflogenheiten verbunden waren.
Leider wurde dieses Gebäude und auch die Stelle an sich aufgrund der Anforderungen für den Militärhafen im Jahr 1861 abgerissen. Aus diesem Grund wurde beschlossen, die Kirche bergwärts zu verlegen, zunächst in einem Gebäude, das später als Schule genutzt wurde und an der Straße lag, später dann bekam sie ihren heutige Sitz.
Im Inneren der Kirche sind zwei große Lisenen-Kapitelle mit dreifachem Akanthoblätterkranz zu nennen, die auf der Höhe der Tür eingemauert sind. Diese Kapitelle werden von einigen Wissenschaftlern auf die römische Kaiserzeit datiert (was ich persönlich nicht glaube, da sie mir eher aus der Renaissance zu stammen scheinen) und die Reliquie des Körpers des Heiligen Veit, den Giovanni Maria Della Torre, Kapitän der genuesischen Republik der Gemeinde im Jahr 1702 schenkte. Die verehrte Reliquie ist in ihrem ursprünglichen Schrein vom Anfang des 18. Jahrhunderts aufbewahrt, der vor Kurzem restauriert wurde.



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