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Piazza Brin und das Viertel Umberto Primo

Piazza Brin und Corso CavourPiazza Brin ist das schlagende Herz des Viertels Umberto I, das Ende des 19. Jahrhunderts entstanden ist, um angesichts des enormen Bevölkerungsanstiegs aufgrund der Baustelle und dann der Aktivität des Marinestützpunkts neuen Wohnraum zu schaffen. Zeitgleich mit dem Beginn der Arbeiten des riesigen Militärhafens und anschließend mit seiner Inbetriebnahme hatte sich ein regelrechtes Barackenlager aus Holzhütten gebildet, in der das Fehlen jeglicher hygienischer Einrichtungen zur tödlichen Cholera-Epidemie des Jahres 1884 geführt hatte.
Die Planung und die Realisierung der mit Toiletten versehenen Wohnbauten gehörte zu den ersten Projekten des sozialen Wohnungsbaus in Italien. Voran ging der Bau eines großen Schlafsaals, in dem 4.000 Personen Platz fanden. Dieser Befand sich in der Gegend zwischen Viale Amendola und Via Gramsci. 
Der Brunnen von Mirko Basaldella
Das umbertinische Stadtviertel ist streng rechteckig angeordnet und erstreckt sich auf dem bergwärts gelegenen Teil von Corso Cavour, zwischen dem Bahnhof und der Kaserne Duca degli Abruzzi. Herz des Viertels ist Piazza Brin, ein öffentlicher Platz mit deutlich bürgerlicher Spur, wo sich der formale und ästhetische Ehrgeiz dieses Stadtteils zu konzentrieren scheinen. Die Stadtverwaltung hatte bereits seit 1885 die Grundstücke mit Blick auf den Platz frei gelassen und dann Privatleuten die Errichtung von ästhetisch ansprechenden Gebäuden anvertraut. Bis zu diesem Zeitpunkt war das hier eine sumpfige Gegend, die mit Hilfe des Ausgrabungsmaterials für die Becken des Militärhafens vergütet worden waren, d.h. sie war durch die Aufschüttungen erst bewohnbar geworden.
Am Platz stehen die elegantesten Gebäude, wie beispielsweise die Palazzi Sabatini und Palladini, die zwischen 1898 und 1900nach einem Entwurf von Fortunato Zanazzo errichtet wurden und an den Seiten der Kirche Unsere Heilige Frau „della Scorza“ oder die fünf Palais, die den Platz abschließen und alle der Familie Bertonati gehören – einer Unternehmerfamilie erst unter dem Gründer Cesare, später unter der Leitung seines Sohnes Gaetano.
Die Kirche Unsere Heilige Frau della Scorza
Die Kirche Unsere Heilige Frau „della Scorza“ ist der architektonische Dreh - und Angelpunkt des gesamten Platzes und hat seinen Namen von einem Sakralbau, der angesichts der baulichen Anforderungen für den Militärstützpunkt geopfert wurde. Besonders erwähnenswert ist in ihrem Inneren ein Gemälde aus dem 17. Jahrhundert von Giovanni Andrea De Ferrari, das die Erziehung der Jungfrau darstellt.
In der Mitte der Grünanlagen des Platzes steht der Brunnen von Mirko Basaldella, im Jahr 1955 begonnen, also einem besonders intensiven künstlerischen Moment des Bildhauers aus Udine, der erst kurz zuvor das großartige Tor des Mausoleums der Ardeatinischen Gräben in Rom realisiert hatte. Es handelte sich um eine besonders schaffensreiche Phase im Werk von Mirko, eine Phase, die zu Beginn der 40er Jahre begonnen hatte, als er erste Erfahrungen mit dem postkubistischen Stil sammelte: Es ist die Zeit der Gemälde und Skulpturen aus verschiedenen Materien, wo der Mythos, der ihm schon immer sehr am Herzen gelegen hat, nicht in naturalistischer Form, sondern als „mythisches fabelhaftes Gespenst“ zu sehen ist. Die Dekoration des FAO-Gebäudes in Rom und das Eisenkreuz für die Gefallenen der Freiheit im KZ Mauthausen zusammen mit dem Tor der Adreatinischen Gräben sind die unmittelbaren Vorläufer dieses Denkmals in La Spezia.