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Die Promenade. Die Stadt des 19. Jahrhunderts

Das Hauptportal der MarinebasisSchon zu Beginn des 19. Jahrhunderts hatte Napoleon die militärische Bedeutung des „schönsten Golfs des Universums“ – so seine Worte – für den Aufbau eines organischen Befestigungs- und Verteidigungssystems in Betracht gezogen. Dieses System hätte von der nach ihm zu benennenden Stadt abhängig sein sollen, die er im westlichen Teil der Küste in Richtung Portovenere hätte errichten lassen wollte.
Nach dem Ende des napoleonischen Traums und der Einsicht in die Undurchführbarkeit des Vorhabens einer Kaiserstadt wurde die Idee, einen Marinestützpunkt in La Spezia zu gründen, von Minister Cavour wieder aufgenommen, allerdings nicht ohne starke Einwände und sehr viel Polemik hervorzurufen. Das gigantische Bauprojekt, dessen Leitung Domenico Chiodo anvertraut wurde, dauerte acht Jahre, bis am 28. August 1869 die große Militäranlage offiziell eingeweiht wurde.
Eben den beiden Protagonisten dieses so entscheidenden Eingriffs in die Geschicke der Stadt von La Spezia sind die beiden im rechten Winkel zueinander verlaufenden Hauptverkehrsstraßen gewidmet.
 Via ChiodoDie durch Laubengänge gekennzeichnete Via Chiodo verläuft zwischen der Piazza Verdi und der Piazza Chiodo und hat im Westen als effektvollen Abschluss das Hauptportal der Marinebasis: Eine elegante Straße mit Gebäuden im Stil des Spätklassizismus, einige davon nach den Beschädigungen des 2. Weltkriegs wiederaufgebaut und früher zum großen Teil als Hotels genutzt. Von besonderem Interesse ist das elegante Gebäude des ehemaligen Hotels Croce di Malta, das 1845 nach dem Willen des Marquis da Passano entstand. Heute ist es nach einer langen und sorgfältigen Restaurierung der elegante Sitz der Fondazione Cassa di Risparmio della Spezia. Es stand direkt am Meer, dort wo heute stattdessen die Via Giovanni Minzoni verläuft, und war seitlich mit zwei Zwillingsgebäuden versehen, die gemäß einer damals üblichen Bautypologie als Strandbäder benutzt wurden, die aber im Zuge der neuen Funktion des Gebäudes, das von 1921 bis 1995 Sitz der Banco di Napoli war, verloren gegangen sind.