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Palazzina Crozza, Stadtbibliothek „Ubaldo Mazzini“

Die Halle von Palazzina CrozzaDie Villa Crozza in La Spezia, heute Sitz der Stadtbibliothek „Ubaldo Mazzini“, ist als Vorstadtresidenz der Adelsfamilie Crozza entstanden, einer Familie, die lange an die Geschicke der Stadt gebunden war. Die Villa wurde vom Architekten Piaggio entworfen und in der zweiten Hälfte des 19. Jh. gebaut, als in La Spezia die erstaunliche, vom Bau der Marinebasis verursachten Stadterweiterung erlebte. Bei Piaggio handelt es sich um eine wenig erforschte Gestalt des ligurischen Spätklassizismus piemontesischer Prägung. Die im klassischen Stil erbaute Villa hat eine elegante, mustergültig gegliederte Fassade mit einem Marmorbalkon am Hauptgeschoss auf der Höhe des Ballsaals. Die Gebäudeseiten wiederholen auf gemalte Weise die Dekoration, die der Fassade vorgebaut ist und rechts öffnet sich der noch gepflasterte Gang für die Kutschen. Im Innern führt die elegante und komplexe ionische Säulenvorhalle zu den Sälen im Erdgeschoss. Diese sind zum großen Teil mit Fresken bemalt und haben einen kalligraphisch gestalteten Fußboden mit Kiesplatten im genuesischen Stil. In diesem Stockwerk befindet sich heute auch das Geschichtsarchiv der Stadt La Spezia, in dem die Dokumente der Stadt aus dem 15. bis zum 19. Jahrhundert aufbewahrt werden. Das obere Stockwerk ist um zwei großen Räume angeordnet: Die Prunktreppe, die mit einer interessanten Gemäldesammlung aus Stadtbesitz ausgestattet und mit Fresken von Luigi Agretti bemalt ist, und der Ballsaal, heute Lesesaal, auch dieser von Agretti dekoriert. In diesem Geschoss befinden sich weitere repräsentative Räume zur Fassade hin und zum hinteren Teil hin die Haushaltsräume, während das oberste Stockwerk, heute Magazin, der Dienerschaft vorbehalten war.
Die Familie Crozza vermachte die Villa der Cassa di Risparmio von La Spezia, von der sie 1906 der Stadt La Spezia als Sitz für die Stadtbibliothek übergeben wurde, deren Funktion sie auch heute noch bestens erfüllt.