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Die wachsende Stadt

Der neue MarktplatzEnde des 19. Jahrhunderts musste La Spezia sich ausdehnen, um den notwendigen Wohnraum für diejenigen zu schaffen, die für den großen Militärhafen gekommen waren – und so entstand das Arbeiterviertel Umberto I. Seit der Nachkriegszeit bis heute, vor allem in den letzten Jahrzehnten, ist die Stadt nach Osten hin gewachsen, wo sich in Richtung des viel bevölkerten Viertels von Migliarina auch öffentliche Einrichtungen und Geschäfte konzentriert haben.
In den östlichen Stadtvierteln scheinen sich also die öffentlichen Einrichtungen zu konzentrieren. Nicht weit von der grünen Lunge des Parks „della Maggiolina“ entfernt, ist der große Justizpalast von Ignazio Gardella ein wichtiges Kapitel der neuen Kultur des Bauwesens und der Stadtplanung. Erst 1994 nach langen und schwierigen Baujahren beendet, repräsentiert dieser solide und kompakte Bau die behördliche Stabilität. Zusammen mit der genuesischen Architekturfakultät und dem Opernhaus Carlo Felice in Genua aus der Hand von Rossi und Sibilla, ist der Justizpalast von La Spezia ein weiteres Zeugnis des Katalogs des Mailänder Architekten in Ligurien.
Das Einkaufszentrum Kennedy, das nicht weit vom Justizplast vom Architekturbüro Gregotti geplant wurde, stellt einen wichtigen Schritt zur Definition eines Teils der Stadt dar, für den es bis vor Kurzem keine städteplanerische Lösung gab. Die Gesamtheit der Geschäfte, die nach außen gerichtet sind, scheinen auf dem großen viereckigen Platz zusammen zu kommen und definieren auf diese Weise einen gleichzeitig geschlossenen und doch offenen, einen privaten, aber öffentlichen Raum, dessen Dimensionen nicht nur das bequeme Abwickeln der Geschäfte, sondern auch die Möglichkeit von Veranstaltungen unterschiedlicher Art gestatten.
Die Ausstellungsstruktur SpeziaexpòDiesem Eingriff nicht unähnlich ist das intelligente Vorgehen am östlichen Ufer des Golfes entlang Viale San Bartolomeo, wo die für Hafenaktivitäten und Werften bestimmten Zonen die Küstenlandschaft in Richtung San Terenzo und Lerici markieren. Hier ist der Yachthafen Lotti die glänzende und glückliche Eingebung von Luciano Lotti, der seine Werft zum Abrüsten von Schiffen umgewandelt und dabei eine Struktur komplett mit Geschäften, Restaurants, Fitnesscenter und geräumigem Konferenz- und Tagungssaal realisiert hat. Die Wahl und die Menge der angepflanzten Vegetation, die Position, die auf des Profil der Hügel des westlichen Ufers geöffnet ist, die Weite des Meeres – alle diese Eigenschaften kennzeichnen diesen Abschnitt des Golfes, bei dem es sich um einen privaten Raum handelt, der dem öffentlichen Leben geöffnet ist.
Das Hochschulgelände oben, hoch über der Stadt, hat seine Entstehung der Sanierung und Umnutzung in diesem Fall von militärischen Strukturen zu verdanken. Dort, wo die Ampel des Militärhafens leuchtet und dort wo einst die Bastia stand, die Festung zur Deckung des Kastells San Giorgio, findet man heute das Universitätsgelände, das zusammen mit der Schule für die Gestaltung für die Küstenschifffahrt in Via Ugo Botti, nicht weit vom Yachthafen Lotti entfernt, Anfang der 90er Jahre gegründet wurde. Diese Anlage ist in Zusammenarbeit mit den Universitäten von Genua und Pisa den Postgraduiertenstudiengängen vorbehalten.
2007 ist Speziaexpò eingeweiht worden, eine neue Ausstellungsstruktur am Eingang der Stadt für diejenigen, die vom Autobahnzubringer kommen. Auf dem Gelände standen einst die Mühlen Morello. Die Messe mit einer Ausstellungsfläche von 5.500 Quadratmetern, die auch große Veranstaltungen beherbergen kann, wurde von der Gesellschaft Centro Fieristico della Spezia realisiert, die die Messe auch managt. Das Projekt stammt vom Büro Mma.

DIE KÜCHE VON LA SPEZIA

mesciuaDie kulinarische Tradition von La Spezia gründet sowohl auf der Seefahrerkultur als auch auf der bäuerlichen Erfahrung und bietet auch heute noch unverfälschte Gerichte, die Zeugen einer langen Vergangenheit sind.
Aus diesem Treffen von Land und Meer entstehen die typischen Rezepte der lokalen kulinarischen Kunst, die mit der mediterranen Tradition verbunden sind, aber durch unvergleichliche Wohlgerüche und Düfte noch betont werden.
Basilikum, Rosmarin, Thymian, Zitronen und Olivenöl sind nur einige der unverwechselbaren Ausdrucksweisen dieses kleinen Eden Italiens des guten Essens.
Die mit dem Land verbundenen typischen Gerichte von La Spezia sind zweifelsohne die Mes ciua und die Fainà (ofengebackener Mehlbrei).
Die Mes ciua ist eine Suppe aus Kichererbsen, Cannellini-Bohnen, getrockneten Saubohnen, Platterbsen und Dinkel, deren Ursprünge allerdings im Dunkel liegen. Vielleicht hängt ihre Entstehung mit den Schwierigkeiten der Landwirtschaft in dieser Gegend zwischen dem 18. und dem 19. Jahrhundert zusammen oder aber – wie einige Wissenschaftler behaupten – sie geht direkt auf dreitausend Jahre v. Chr. zurück. Wie auch immer, die Mesc iua ist ganz sicher das typische Gericht der Küche von La Spezia, aus „ärmlichen“ Zutaten, doch kräftig im Geschmack durch den frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer und das schmackhafte Öl der Riviera, zusammen mit einem guten Wein, der von den umliegenden Hügeln stammt. Es handelt sich um ein in den Proportionen und der Garung ausgewogenes Rezept, das man so in anderen Teilen Italiens nicht finden kann.FainàAus den Öfen der städtischen carrugi steigt auch heute noch der Duft der Farinata auf, ein knuspriger und im Holzofen gebackener Kichererbsen-Mehlkuchen.
Der Ursprung dieses Gerichts ist eher kontrovers und scheint Wurzeln in der oberen Toskana zu haben, auch wenn es mittlerweile als typisches Rezept der kulinarischen Tradition von La Spezia gilt – so ganz anders in der Konsistenz und im Geschmack bezogen auf das ähnliche Gericht aus der Toskana.
Die Zutaten des Landes finden sich auch in den Gerichten des Meeres wieder, wo sie zu einem Triumph des Geschmackes zusammen finden, wie beispielsweise bei den gefüllten Miesmuschen, bei denen eine köstliche Füllung zwischen den Muschelschalen verborgen ist.
Es gibt zahlreiche Fischgerichte, bei denen vorwiegend Sardellen, Stockfisch und Miesmuscheln zum Einsatz kommen.
Sie können frittiert, gefüllt, ohne Soße, mariniert (a scabegio) oder in Salz eingelegt oder in Öl verzehrt werden.
Der Stockfisch und die Tintenfische hingegen werden „in umido“, also in einer Soße zubereitet.
Eine besondere Erwähnung verdienen die frittierten Teigbällchen mit Bianchetti (bei denen es sich um winzige, soeben geschlüpfte Fische handelt, die ganz verarbeitet werden), die leider kaum noch zu finden sind, weil deren Fang eingeschränkt wurde.